Besitzer von Ferienwohnungen auf Gran Canaria fürchten sich vor Enteignungen

In der Ferienhochburg Playa del Inglés fürchten sich einige Besitzer von Ferienwohnungen vor Enteignungen. Der Grund dafür ist ein neues Gesetz der Regionalregierung. Wer eine Immobilie auf Gran Canaria besitzt, muss sich jetzt Sorgen machen - denn der Tourismus geht vor.

Die Ferienwohnungen behindern den Tourismus

Gran Canaria ist ein beliebtes Urlaubsziel. Kein Wunder also, dass sich viele hier einen Zweitwohnsitz erworben haben und einige Monate im Jahr dort verbringen, um das schöne Wetter, den Strand und das Meer zu genießen. Doch diese saisonale Belegung der Wohnungen sorgt für Unmut bei der Regionalregierung, da der Tourismusbranche dadurch viel Geld verloren geht.

Das ist logisch, denn in den Monaten, in denen die Eigentümer sich in ihrem Erstwohnsitz aufhalten, stehen die Wohnungen auf Gran Canaria leer. Und das, obwohl genügend Touristen gerne auf Gran Canaria Urlaub machen würden - doch es ist ausgebucht. Die besagte Wohnanlagen liegen nahe am Strand und existieren teils schon seit 1968.

Die Wohnungen wurden teilweise noch nie touristisch genutzt, doch die Regionalregierung möchte erstklassige Lagen nun für sich nutzen und Touristen die Möglichkeit geben, hier ihren Urlaub zu verbringen. Die Aussage der Regionalregierung ist deutlich: Solche Ferienwohnungen behindern den Tourismus!

Ein neues Gesetz soll den Tourismus fördern - und die Besitzer von Ferienwohnungen möglicherweise enteignen

Die Regionalregierung erließ bereits vor zwei Jahren ein erstes Gesetz, welches im Mai diesen Jahres mit einem Dekret weiter ausgeführt wurde. Es wurde festgeschrieben, dass auch für die Besitzer dieser Ferienwohnungen die Pflicht bestehe, sich an die touristische Nutzung zu halten.

In der Gemeinde San Bartolomé leben mehr als 16.000 Menschen, wovon schätzungsweise über 11.000 Ausländer sind, vor allem Briten, Deutsche und Skandinavier. Sie wohnen in Wohnungen, Häusern und Apartments, die eigentlich touristisch genutzt werden sollten. Sie leben hier offiziell angemeldet und bisher hat dies jahrzehntelang niemanden gestört. Doch die Regionalregierung macht nun ernst und droht mit Enteignungen.

San Bartolomé de Tirajana ist damit die erste Gemeinde, die einen Raumordnungsplan erlassen hat, der klar vorgibt, in welchen Gebieten Residenten leben dürfen und wo die Nutzung nur touristisch erfolgen darf. Die Besitzer fühlen sich betrogen und schalten nun Reihenweise Anwälte ein, um gewappnet zu sein, falls die Drohung in die Tat umgesetzt wird.

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