Ölpest auf den Kanaren

Nach dem Schiffbruch des russischen 120 Meter langen Fischtrawlers Oleg Naydenov nahe der Kanarischen Inseln wird eine Ölpest befürchtet, die auch die Strände erreichen könnte. In den Tanks des Fangschiffes, dessen Wrack in 2.700 Metern Tiefe liegt, sollen sich 1400 Tonnen Treibstoff befinden. Die Behörden Spaniens bemühten sich, die Bevölkerung zu beruhigen. Die kanarische Umweltbewegung hingegen meinte, dass es vermutlich nur einige Tage dauern könnte, bis die Tanks aufgrund des hohen Drucks bersten würden.

Das Wetter erschwert die Entfernung des Öls

Der größte Ölteppich schwimmt mittlerweile mehr als 200 Kilometer im Süden der Kanaren auf dem offenen Meer. Zudem wurde inzwischen bekannt, dass nicht, wie ursprünglich vermutet, aus nur drei, sondern aus acht Lecks giftiges Diesel-Schweröl in das Meer fließt. Stündlich treten rund fünf bis zehn Liter Treibstoff aus. Aufgrund hoher Wellen und allgemeinen schlechten Wetterverhältnissen mussten zwischenzeitlich gestartete Absaug-Arbeiten immer wieder unterbrochen werden. Bei entsprechenden Voraussetzungen saugen Spezialschiffe die Öl-Reste jedoch immer wieder ab, um eine Ausbreitung zu verhindern.

Ölverschmutzung erreicht die kanarischen Inseln

Rund um die Inseln wird das Ökosystem belastet, wobei die Ölpest bereits die Küste von Gran Canaria erreicht haben soll, wie die Gemeinde Mogán bestätigte und NetzFrauen.org berichtete. In den Gewässern leben zahlreiche besondere Fisch- und Walarten wie der Grindwal in einer großen Stückzahl. Zudem sind viele sehr besondere Meerespflanzen anzufinden. Auch Delfine sind hier häufig anzutreffen, deren Brutgebiet zwischen den kanarischen Inseln Teneriffa und La Gomera liegt. In der Nähe der Küste schwimmen sie in kleineren Schwärmen von 10 bis 50 Tieren. Auf hoher See hingegen können mehrere hundert Exemplare unterwegs sein. Es stellt sich die Frage, was aus diesen Tieren wird.

Die Auswirkungen des Unglücks werden noch geprüft und diskutiert. Es wird überlegt, wie am besten mit der Situation umgegangen werden tritt, um die Tiere zu schützen und die Küsten zu reinigen. Allein im betroffenen Bereich vor Gran Canaria sind mehr als 20 Badegebiete bedroht. Viele Buchten sind von den Ölflecken noch immer nicht gereinigt. Die spanischen Behörden vermuteten, dass das Öl auf das Meer hinaustreibt, aber nicht die Strände der Insel erreicht, doch dies war ein Trugschluss. Bleibt abzuwarten, ob genügend gegen die Ölkatastrophe getan und die Gefahr nur herunter gespielt wird.

Bild: 
Strand auf Gran Canaria